Besser nach Königsbrück

Aktuell fahren zwischen Königsbrück, Ottendorf-Okrilla, Hermsdorf und Dresden-Neustadt moderne Triebwagen. Die Züge verbinden die Landeshauptstadt mit ihrem nörd­lich­en Umland an Werktagen im Stundentakt, am Wochenende und an Feiertagen alle zwei Stunden. Zwischen Ottendorf-Okrilla und Dresden nutzen rund 1.000 Fahrgäste pro Tag die Verbindung, im nördlichen Abschnitt, bis Königsbrück, sind an Werktagen täglich rund 400 Fahrgäste unterwegs. Auf Grund der hohen Einwohner- und Arbeitsplatzdichte insbesondere in Ottendorf-Okrilla bestehen gute Chancen, durch ein verbessertes Angebot in diesem Korridor die Zahl der Fahrgäste zu erhöhen.

Weitere Informationen

Die dritte Fortschreibung des Nah­verkehrs­plan­es können Sie hier herunterladen:

Der aktuelle Nahverkehrsplan Oberelbe (Download siehe Infobox) enthält den Auftrag, die bereits be­gon­nen­en Korridoruntersuchungen für den Dresdner Norden abzuschließen: Einer der Punkte der Unter­such­ung ist ein möglicher Um­bau der Eisen­bahn­strecke zwischen Dres­den-Klotzsche und Königs­brück in eine Stadtbahnstrecke. 

Hintergrund dieser Überlegungen sind vor allem die anstehenden Investitionen in die Bahnverbindung, während gleichzeitig die Fahrgastzahlen auf dem aktuellen Niveau stagnieren: Um die Linie in ihrer jetzigen Form attraktiver zu machen, sind neue Bahnübergänge nötig um die Züge schneller fahren lassen zu können. Alternativ wären auch ein neuer Kreuzungspunkt sowie eine Verlängerung der Linie bis zum Dresdner Hauptbahnhof denkbar. Die Alternative einer Stadtbahn-Anbindung könnte einen preiswerteren Betrieb und eine direkte Anbindung des Umlandes an die Dresdner Innenstadt ermöglichen, ohne umsteigen zu müssen. Im Gegenzug ist aber auch ein entsprechender Umbau mit hohen Kosten verbunden.

Streckenkarte Stadtbahn Königsbrück

Zwischenstand

Seit 2013 wurden fünf Varianten für den Eisenbahnverkehr und vier Varianten für den Bau einer Straßenbahn untersucht. Dabei spielten neben unterschiedlichen Start- und Zielpunkten auch die geplanten Takte und die notwendigen Investitionen eine Rolle. Nach intensiven Studien wurden nun für zwei Varianten Kosten-Nutzen-Analysen durchgeführt: Die Eisenbahn-Variante umfasst kürzere Fahrzeiten auf der gesamten Strecke, einen 30-Minuten-Takt bis Ottendorf-Okrilla und eine Anbindung an den Hauptbahnhof. Die bevorzugte Straßenbahnoption umfasst den Bau einer neuen Trasse bis Ottendorf-Okrilla, die im 30-Minuten-Takt, in der Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten, bedient wird. Nach Königsbrück fahren dann Busse. Die großen Unterschiede liegen in den Kosten für Investitionen und den laufenden Betrieb. Während die Anpassung der Gleise sowie der Bau der Oberleitung für die Straßenbahn ersten Schätzungen zufolge rund 40 Millionen Euro kosten, betragen die Aufwendungen für die Beschleunigung der Eisenbahn rund sieben Millionen. Dem gegenüber wurden langfristig niedrigere Betriebskosten für den Straßenbahnverkehr festgestellt. Volks- und betriebswirtschaftlich sind grundsätzlich beide Varianten sinnvoll. es folgten Gespräche mit den betroffenen Kommunen sowie dem Freistaat zur Finanzierung. Ziel war es, unabhängig vom Verkehrsträger, das bestehende Angebot zu verbessern. 


Ergebnis

Nach intensiver Prüfung aller Aspekte wurde auf der Zweckverbandsversammlung im Juni 2018 beschlossen, im Korridor Dresden – Ottendorf-Okrilla-Königsbrück auch in Zukunft auf die Eisenbahn zu setzen. Dafür sprachen nachfolgende Argumente:

  • Die deutlich niedrigere Investitionssumme für die Verbesserung der Eisenbahnverbindung und die mögliche teilweise Finanzierung aus Mitteln des Bundes

  • Der Aufwand für die Erneuerung der Infrastruktur der Bahn ist vergleichsweise gering, der Zustand der Strecke ist relativ gut. Schwerpunkte bei der Modernisierung sind Haltepunkte und Brücken. Diese Maßnahmen können die Fahrzeit pro Richtung um 5 bis 10 Minuten reduzieren.

  • Die Eisenbahnvariante kann nach ihrer Einordnung in die Förderprogramme von Bund und Land mittelfristig schrittweise umgesetzt werden, die Straßenbahnvariante wäre nur längerfristig zu realisieren.

  • Die schnelle Eisenbahn steigert die Qualität der Umlandanbindung an den Ballungsraum deutlich besser, zumal mit der Modernisierung auch die Verlängerung der Regionalbahn zum Dresdner Hauptbahnhof vorgesehen ist.

Der Technische Ausschuss sowie der Kreistag des Landkreises Bautzen haben in ihren Sitzungen am 12.03.2018 und 26.03.2018 beschlossen, der Eisenbahnvariante den Vorzug zu geben. Dies wurde daher auch in der Zweckverbandsversammlung beschlossen und der Verkehrsverbund mit der Umsetzung beauftragt.